Nein danke!

5 02 2010

Heute ist Freitag der 5. Februar. Abgabetermin für den Vertragsverlängerungswunsch. “Wir würden Dich gerne noch mindestens ein Jahr hier in Tokushima behalten.” – “Nein danke!”

Ich habe mich gegen eine Vertragsverlängerung entschieden. Drei Jahre sind genug in Tokushima. In der Präfekturverwaltung. In der Touristeninformation. Ich will hier raus. Die Natur ist schön, dass Essen schmeckt toll, fast jeden Tag scheint die Sonne. Eigentlich perfekt.

Aber: ich wohne an der größten Straße in der Präfektur, wo 24 Stunden am Tag Betrieb ist. Es ist so laut, dass ich im Sommer nachts das Fenster nicht öffnen kann, obwohl es so heiß ist. Aber lieber heiß, als nicht schlafen können.

Meine Wohnung hat keine Isolation, ist im Winter sehr kalt und der in Tokushima übliche Wind pfeifft durch die Ritzen. Inzwischen habe ich etwas Isolation zwischen die Türen geklebt und meine Fenster wenigstens etwas abgedichtet. Jetzt habe ich immerhin 10 Grad in der Wohnung ohne heizen.

Naja, es gibt wenigstens zehn weitere Gründe nicht mehr in Tokushima zu bleiben und einen ganz besonderen. Und wegen diesem werde ich ab September in Tokyo eine Arbeit antreten (sofern ich eine finde). Drückt mir die Daumen.

Meine Nicht-Vertragsverlängerung habe ich übrigens schon Ende 2009 entschieden, aber die Papiere eine Woche vor Frist abgegeben, nachdem mich wieder ein Kollege abends anrief um noch schnell etwas für ihn herauszufinden. Das wir uns vorher auf der Arbeit einige Stunden gegenübersaßen hat nichts gebracht. Warum fragte er mich nicht in dieser Zeit? Vollidiot. Ja! Das war endlich der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.





Die koreanische Familie bei mir.

17 10 2009

In der besagten Silbernen Woche nun, kam mich SE mit ihren Eltern besuchen. Erst waren sie einige Tage in Tokyo um ihre Tochter abzuholen und dann fuhren sie mit dem Shinkansen bis nach Osaka und danach mit dem Bus zu mir.

Wir verbrachten sehr schöne Tage miteinander. Alle schliefen in meiner kleinen Wohnung, ich in dem einen und die drei in dem anderen Zimmer. Morgens frühstückten wir in Ruhe und ich brachte der Mutter bei wie man deutsche Frühstückseier zubereitet. Als Gegenleistung brachte sie selbstgemachtes Kimchi und meine Lieblingsschokoriegel und den tollen Roten Ginseng Tee mit. Ein guter Tausch.

Volle Brücke (Kazurabrücke).

Volle Brücke (Kazurabrücke).

Für Sonntag und Montag mietete ich ein Auto und wir fuhren zur berühmten Lianenhänegbrücke (Kazurabashi). Auf diese Idee kamen aber noch viele viele andere Japaner, sodass wir zwar nicht im Stau standen, aber vor der Sehenswürdigkeit mussten wir eine halbe Stunde anstehen. Die Vorfreude wurde dadurch gesteigert und trotz der vielen Menschen machte es viel Spaß über die Brücke zu gehen.

Die Brücke von weitem.

Die Brücke von weitem.

Am nächsten Tag fuhren wir zu den Strudeln. Wieder machten uns dies alle nach, deshalb standen wir über eine Stunde im Stau und kamen dadurch superpünktlich, statt eine Stunde zu früh. Die Strudel waren schön groß und deutlich zu erkennen. Es war so voll, dass ich manchmal (einmal), obwohl ich direkt am Fenster stand, nicht rausgucken konnte. Anschließend fuhren wir ins Deutsche Haus, weil dort gerade eine Essensmesse stattfand. Bier, Kaffee und Würstchen konnte man für aberwitzige Preise erstehen, auch ich ließ mich nicht lumpen und kaufte Süßigkeiten von Bahlsen.

Die Strudel waren sehr heftig und alle Boote knackevoll.

Die Strudel waren sehr heftig und alle Boote knackevoll.

Am gleichen Abend kochte die Mutter von SE mir eine traditionelle Speise die man vor allem im Sommer ißt um die Hitze zu überstehen. Ich würde es mal als salzige Hühnersuppe bezeichnen, aber sie zählt auf jeden Fall zu meinen Lieblingsgerichten der Koreanischen Küche. Es ist nicht scharf und für die deutsche Zunge schön salzig. Eine ganze Ginsengwurzel ist auch enthalten, damit hat man dann auch die gesundheitliche Ebene abgedeckt.

Samgettang.

Samgettang.

Am Dienstag fuhren wir schon nach Osaka. Wir alle waren schon total kaputt, weshalb wir nur in ein Museum gingen und dann uns auch schon auf den Abend vorbereiteten, sprich, wir suchten ein Restaurant. Tonkatsu (Schnitzelkotelett) gabs und es war gut, aber sehr fettig. Also schnell gesunden grünen Tee hinterher und dann ging es wieder einigermaßen. Vor dem Schlafen gehen noch mit der ganzen Familie einige Bierchen gezischt und Gute Nacht.

Am Mittwoch fuhren wir alle zusammen zum Flughafen und verabschiedeten die Eltern. Ich brachte dann SE zum Shin-Osaka Shinkansen Bahnhof und war dann sofort wieder allein.

Ich nutzte die Gelegenheit um zu Yodobatten (bei Yodobashi Camera zu shoppen) und entdeckte folgendes:

Tragbares Washlet. Das wär doch was.

Tragbares Washlet. Das wär doch was.

Vielen Dank für Euren Besuch. Bis zum nächsten Mal in Korea.





Silberne Woche.

18 09 2009

Im Mai gibt es die Goldene und ab morgen gibt es die Silberne Woche. Viele nationale Feiertage kleben aneinander, sodass man nur zwei Tage frei nehmen muss, um 9 Tage Urlaub zu haben. Aber ich habe diese zwei Tage nicht genommen, mir reichen (haha) fünf. Samstag bis Mittwoch frei. SE und ihre Eltern kommen zu Besuch und ein Auto habe ich auch schon vorbestellt. Damit gehts in die Tiefen der Präfektur und wer weiß wohin. Morgen früh habe ich 3-5 Stunden Zeit meine Wohnung zu putzen, denn ich habe es ja die ganze Zeit nicht gemacht. Manche Sachen kann man halt erst fünf vor zwölf erledigen, nicht wahr?





Awa Tanz.

9 09 2009

Vom 12. bis 15. August jeden Jahres findet in Tokushima der Awa Odori statt. Tokushima hieß früher Awa und Odori heißt Tanz. Dieses Jahr konnte ich ihn zum dritten Mal erleben, bzw. zum dritten Mal NICHT erleben. Denn wie immer um diese Zeit kamen über 30 neue Englischlehrer aus den USA, Neu Seeland, Kanada und England. Dies bedeutet für mich, dass ich ab 12.8. 9:30 morgens (um 10:00 beginnt der Spaß) bis 15.8. nachmittags um vier fast durchgängig arbeiten muss.

Ich habe schon gar keine Lust mehr weiter zu schreiben. Schließlich wurde ich mal wieder der schönsten Jahreszeit beraubt.

Meine Kollegin, David L., SE, Ian C., icke.

Meine Kollegin, David L., SE, Ian C., icke.

Na gut, am 14.8. nachmittags, nachdem unser Englischcamp vorbei ist, fahren wir alle in die Stadt zurück und partizipieren in einer der größeren Tanzgruppen Tokushimas. Sie heißt Arasowa-Ren, Streitet nicht-Gruppe, und viele andere Ausländer tanzen auch mit. Da ich aber auch hier ständig aufpassen muss, dass die Neuen nichts kaputt machen oder sich verlaufen oder volllaufen lassen, habe ich davon auch nur sehr wenig. Leider, oder zum Glück, kam auch SE mich besuchen, so dass wir wenigstens gemeinsam tanzen konnten. Das war schön. Mein alter japanischer Freund N mit seinem Sohn W kamen auch extra aus Osaka angereist.

Waku schläft noch.

Waku schläft noch.

Es war schon sehr schön, aber ich wollte mehr genießen. Es sieht wohl so aus, dass ich solange ich in Tokushima arbeite, niemals in den vollen Genuß kommen werde. Nun denn, hier sind einige Fotos.

Die größte Bühne in Tokushima City.

Die größte Bühne in Tokushima City.

Die vielleicht kleinste Bühne in Tokushima City.

Die vielleicht kleinste Bühne in Tokushima City.

Die Stadt bebt, der Bär tanzt. Über eine Million Besucher wurden gezählt.

Die Stadt bebt, der Bär tanzt. Über eine Million Besucher wurden gezählt.

Leider hatte ich nicht genug Zeit für bessere Fotos. Ich freue mich aufs nächste Jahr.

Leider hatte ich nicht genug Zeit für bessere Fotos. Ich freue mich aufs nächste Jahr.





1112 Yen.

9 07 2009

Und morgen ist Gehaltstag. Beinahe wäre ich heute zum Friseur gegangen, dann sähen aber meine Finanzen anders aus. Da aber mein Fahrrad abgeschleppt wurde, musste ich darauf verzichten und hab damit wieder 980 Yen gespart. Geh ich halt mit ner Matte zur Hochzeitsfeier. Also, es hat alles geklappt. Aber nur dank meiner Kreditkarte. Keine Sorge, soviel habe ich damit auch nicht ausgegeben.

Morgen ist neuer Gehaltstag und ich muss wieder ganz viel kaufen (für die Hochzeit, Fahrkarten, Miete usw.).





9410 Yen.

1 07 2009

Das ist der Betrag den ich jetzt nach meiner Mittagspause in bar mit mir herum trage. Neun Tage bis zum nächsten Gehalt. Heute Mittag habe ich schon ein grosser Opfer gebracht und bin zum mittelmäßigen Udonladen gegangen. Normalerweise gehe ich mit meinen Kolleginnen dorthin, aber alleine habe ich es noch nicht gewagt. Dafür ist es einfach nicht gut genug. Aber es ist billig! Und so bin ich heute mit nem vollen Bauch und nur 350 Yen weniger in der Tasche wieder aus dem Laden herausgekommen.

Für die Arbeit habe ich je einen halben Liter Milch und Wasser für zusammen 248 Yen gekauft. Heute abend gehe ich ins Kino, dieses werde ich aber mit Kreditkarte bezahlen und kann mir dann von meinen Kumpels das Geld in bar zurück zahlen lassen. Dann hätte ich 2000 Yen mehr. Und das ist wieder akzeptabel.

Es macht keinen Spass so knapp bei Kasse zu leben, aber ich hoffe dass es das vorerst letzte Mal war. Sparen heisst die Devise, trotzdem werde ich nicht auf gutes Essen verzichten wollen. Sparen bedeutet, weniger Quatsch, weniger Spiele, weniger Blu-rays in den nächsten Monaten. Schließlich will ich Ende des Jahres nach Deutschland fliegen, das kostet ne Stange.

Feuere mich an! Ich kann es schaffen! Ob ich will oder nicht.





PS3 wieder ganz.

13 06 2009

Donnerstag, 21. Mai: PS3 geht kaputt und ich suche im Internet nach Lösungsmöglichkeiten. Sony rät die PS3 einzuschicken, also Termin zum Abholen vereinbart.

Samstag, 23. Mai: Mittags kommt eine Angestellte der Firma Sagawa Paketdienst an meine Wohnungstür und nimmt die PS3 in Empfang um sie an die Playstation Clinic von Sony zu senden.

Dienstag, 26. Mai: Eine Bestätigung über den Eingang meiner PS3 bei Sony in der Präfektur Chiba (gleich neben Tokyo) erreicht mich per eMail.

Donnerstag, 28. Mai: Eine Sony Angestelle ruft mich an. Die Hauptplatine muss ausgewechselt werden, dadurch gehen alle Daten auf meiner Festplatte verloren (hunderte von Spielstunden und hunderte von Fotos) und es kostet 16.800 Yen (ca. 130 Euro). Ob ich damit einverstanden sei, fragt mich die junge Dame. “Nö, bin ick nich!” und beschwere mich, dass meine geliebte PS3 die mir soviel Spass bereitet und soviel Geld gekostet hat ausgerechnet nach dem Ablauf der Garantiezeit kaputt gehen muss. Mein Vertrauen in die Sony Marke wurde dadurch erschüttert. Soviele teure Sony Geräte die ich schon gekauft habe, die würden doch irgendwann alle mal kaputt gehen, usw. Die Frau spricht mit zitternder Stimme und fragt mich, ob ich mal kurz warten könne. Eine Minute später nimmt sie das Gespräch wieder auf und fragt, ob mir 9.800 Yen recht wären. Dies akzeptierte ich. Es würde wohl noch 7-10 Tage dauern bis die PS3 wieder in meinen Besitz übergeht und es tut ihr sehr leid dass ich Unannehmlichkeiten und Wartezeit hätte.

Noch über eine Woche ohne PS3? Wie soll ich das nur aushalten dachte ich mir und bestellte endlich die Xbox 360, nachdem Ex-Okiaffe mir schon die ganze Zeit die Ohren voll geheult hat.

Samstag, 30. Mai: Kurz nach 16 Uhr kommt der Paketdienst und liefert mir die Xbox 360. Zimmer habe ich extra schon aufgeräumt damit ich gleich starten kann. Alles einrichten, Anmeldungen durchführen und die ersten Downloads bewerkstelligen.

Zwei Stunden später, kurz nach 18 Uhr klingelt es wieder an meiner Tür. Wieder der Paketdienst. Er überreicht mir meine PS3. Während ich sie neben den Fernseher an die gewohnte Stelle äh stelle, rollen Tränen der Freude über meine Wange und ich sage “Okaeri – Willkommen zurück!”

Sie arbeitet wieder wie gewohnt, aber alle meine Daten sind weg. Die im Onlineshop gekauften Spiele konnte ich wieder herunterladen ohne Extrakosten. Neun Tage war ich ohne PS3. In der Zwischenzeit ging ich aus, las Bücher (einen halben Manga) und spielte PSP. Ausserdem starrte ich eine Menge Löcher in die Wand.





Beerdigung.

2 06 2009

Am 2. Juni 1919 wurde sie geboren und heute, 90 Jahre später wird sie beerdigt. Just in diesem Moment, während ich diese Zeilen schreibe, wird ihr Sarg in die Erde gegeben. Liebe Oma, vielen Dank für alles!

Immerhin warst Du eine meiner beiden Lieblingsomas. Und jetzt habe ich keine mehr von beiden. Auch mein Grossvater mütterlicherseits verstarb schon vor einiger Zeit.

Ich kann nichts schreiben, meine Finger stehen still. Ich bin traurig, aber ich kann mich erinnern. Auch ohne Worte zu finden, hoffe ich dass Du mich auch nicht vergessen wirst. Ich werde weiterhin an Dich und Deine guten Taten denken und an das beste Hühnerfrikassee der Welt. An den Garten, die Sommer- und Winterferien, die unendlich vielen Rommé und Kniffelabende, Olympische Sommer- und Winterspielefernsehliveübertragungen und tausend andere Dinge die mir spontan nicht einfallen, aber da die meisten eh mit dem Garten zusammenhängen, will ich diesen als Oberbegriff stehen lassen.

Es ging Dir nicht gut in den letzten Jahren und ganz besonders schlecht in den letzten Monaten. Jetzt bist Du von den Schmerzen erlöst und im Himmel. Gerne hätte ich Dich nochmal besucht im letzten Jahr, aber…

Du hast es auch ohne mich geschafft und vielleicht sehen wir uns eines Tages wieder. Ich bleib noch ein bisschen in Japan und besuch Dich hoffentlich Ende des Jahres mal.

Liebe Oma! Ich wünsche Dir völligen Frieden! Den hast Du Dir verdient. Schöne Grüße an Opa und an die andere Oma und natürlich an Dich.

Dein Mario





PS3 kaputt.

29 05 2009

Gestern abend hat sie nen Abgang gemacht. Die eingelegte Blu-ray kam nicht wieder raus, ein Start der Konsole war nicht möglich. Offizielle Mitteilungen von Sony gelesen (Wenn Sie denken das Ihre PS3 kaputt ist) und bin nun zu dem Schluss gekommen dass es besser sei die Konsole einzuschicken. Am Samstag Mittag wird dann auch schon jemand vorbeikommen und sie abholen. Die Garantie lief letztes Jahr im Oktober ab, also wird mich die Reperatur Geld kosten.

Gestern abend wusste ich schon gar nicht mehr was ich mit meiner Freizeit anfangen soll. Sonst lief die PS3 immer und ich konnte jederzeit spielen oder einen Film gucken. Auch heute morgen konnte ich nur das langweilige Frühstücksfernsehen anschalten. Abends macht japanisches TV noch halbwegs Spass, aber morgens kann man es echt vergessen. Aber während des Frühstücks muss ich irgendwas sehen… Naja, ich habe ja auch einen alten Videorekorder unter meinem TV zu stehen, den schliesse ich heute abend mal wieder an. Wird ein krasser Unterschied sein. Vorher schön Blu-ray und hochaufgelöste Filme und Videos und nun gucke ich Terminator 3 auf VHS.

Ich halte Dich auf dem Laufenden, auch wenn es ausser mir niemanden interessiert. Danke fürs Lesen.





Drei Wochen!

10 05 2009

Inzwischen sind sie leider schon wieder abgereist, aber sie waren hier. Und der Beweis sind nicht nur die vielen Fotos sondern auch die Mona Lisa die jetzt in meinem Wohnzimmer steht.

Deutsches Haus in Naruto mit meinen Eltern und Patrick.

Deutsches Haus in Naruto mit meinen Eltern.

Es waren anstrengende Wochen, aber es war eine sehr schöne Zeit. Ich bin endlich mal aus Tokushima rausgekommen und in Teile Japans gefahren, in denen ich nie zuvor gewesen bin. Mit dem Railpaß fuhren wir nach Beppu. Eine Onsenstadt auf der Insel Kyushu. Meine Eltern besuchten zum ersten Mal eine heisse Quelle und das aber auch nur, weil es ein Bad war in dem man auch mit Badesachen rein durfte. Üblicherweise geht man unbekleidet hinein, aber das war meinen Eltern wahrscheinlich zu unangenehm. Ich kann mich auch an meinen ersten Onsenbesuch erinnern, aber inzwischen macht es mir gar nichts mehr aus. Es haben ja alle nichts an, nicht nur ich. Was man mir abguckt, guck ich halt den anderen auch wieder ab. Unentschieden!

Männeken Piss in Tokushima.

Männeken Piss (links) in Tokushima.

Am nächsten Tag fuhren wir über Miyazaki nach Kagoshima. Gleich daneben liegt ein Vulkan auf der Sakura-Insel der just an diesem Vormittag ausgebrochen war. Die ganze Stadt war voll mit Lava und überall brannte es und Menschen waren nicht mehr zu sehen. Was? Nein, nur eine Explosion die Asche über der gesamten Stadt verteilte. Es war ein bisschen gruselig, weil überall Asche war und die Leute überhaupt nicht darauf reagierten. Kommt wohl öfter vor. Nach ein paar Minuten knirschten auch schon die Zähne. Wir assen noch zu Abend in einem Izakaya in dem niemand ausser uns war und gingen ins Hotel.

Echte Vulkanasche in Kagoshimas Strassen.

Echte Vulkanasche in Kagoshimas Strassen.

Weiterfahrt in den Norden der Insel nach Hakata/Fukuoka. Hier gibt es den berühmten Hakata Ramen den ich auch natürlich essen musste. Der war wirklich lecker und verdient die volle Punktzahl. Das Ei habe ich erst vermisst, aber im Laufe des Geniessens völlig vergessen. Es ist also unnötig. In Hakata ist ja auch das wunderschöne Einkaufszentrum (Shoppingmall) Canal City. Einen schöneren Namen hätten sie dem Ding echt nicht geben können. Kanal Stadt. Super. Aber toll.

In Hakata gegessener superleckersten Ultraramen mit Megafleisch und Supersuppe.

In Hakata gegessener superleckersten Ultraramen mit Megafleisch und Supersuppe.

Und nun hatte mein Vater ne Spitzenidee. An einem Tag 1800km mit dem Shinkansen zu fahren. Von Hakata bis Hachinohe. Vom Süden in den Norden. Das dauerte auch nur 9 Stunden und war dank Shinkansen ganz fix erledigt. Man fährt sehr schnell und das wirkt sich auch auf die Laune aus. Man kommt wirklich vorwärts, nicht wie neulich, wo ich 9 Stunden in einem Nachtbus sass, plus eine Stunde im Stau wo nichts passiert und hinter mir wurde geschnarcht und es gibt keinen Platz und ach… Nun denn, in Hachinohe haben wir eigentlich auch kaum was gemacht ausser leckerem Izakaya und am nächsten Morgen zum Fischmarkt.

Hachinohe Bahnhofsschild.

Hachinohe Bahnhofsschild.

Und schon ging es wieder zurück nach Tokushima. Dies hat aber 12 Stunden gedauert. Weil auf Shikoku keine Shinkansen fahren, sondern nur Bummelzüge. Diese letzten drei Stunden waren die anstrengensten überhaupt. Keine bequemen Sitze, schleppende Geschwindigkeit (?) und draussen war es auch schon dunkel, also hat man eh nichts mehr gesehen.

Der Fuji ausm Shinki.

Der Fuji ausm Shinki.

Vielen Dank auch für das tolle Essen. Meine Mutter hat extra Zutaten aus Berlin mitgebracht um Buletten für mich zu braten. Und sie waren herrlich. Ich lud noch ein paar Freunde ein und wir konnten alle richtige deutsche Hausmannskost (mit japanischen Rind-/Schweinefleisch und Kartoffeln) geniessen.

Deutsche Buletten aus Mutters Küche (zubereitet in meiner Küche).

Deutsche Buletten aus Mutters Küche (zubereitet in meiner Küche).

Wir haben viel erlebt in den drei Wochen und ich könnte Seiten über Seiten schreiben. Meine Eltern werden aber früher oder später ihren Reisebericht veröffentlichen und dann kann ich ganz frech zitieren. Ich bin Euch sehr dankbar dass Ihr mich besucht habt. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder und spätestens in fünf Jahren wieder in Japan!

Gemeinschaftsfoto. Zehn Sekunden reichten nicht aus.

Gemeinschaftsfoto. Zehn Sekunden reichten nicht aus.