Inzwischen sind sie leider schon wieder abgereist, aber sie waren hier. Und der Beweis sind nicht nur die vielen Fotos sondern auch die Mona Lisa die jetzt in meinem Wohnzimmer steht.

Deutsches Haus in Naruto mit meinen Eltern.
Es waren anstrengende Wochen, aber es war eine sehr schöne Zeit. Ich bin endlich mal aus Tokushima rausgekommen und in Teile Japans gefahren, in denen ich nie zuvor gewesen bin. Mit dem Railpaß fuhren wir nach Beppu. Eine Onsenstadt auf der Insel Kyushu. Meine Eltern besuchten zum ersten Mal eine heisse Quelle und das aber auch nur, weil es ein Bad war in dem man auch mit Badesachen rein durfte. Üblicherweise geht man unbekleidet hinein, aber das war meinen Eltern wahrscheinlich zu unangenehm. Ich kann mich auch an meinen ersten Onsenbesuch erinnern, aber inzwischen macht es mir gar nichts mehr aus. Es haben ja alle nichts an, nicht nur ich. Was man mir abguckt, guck ich halt den anderen auch wieder ab. Unentschieden!

Männeken Piss (links) in Tokushima.
Am nächsten Tag fuhren wir über Miyazaki nach Kagoshima. Gleich daneben liegt ein Vulkan auf der Sakura-Insel der just an diesem Vormittag ausgebrochen war. Die ganze Stadt war voll mit Lava und überall brannte es und Menschen waren nicht mehr zu sehen. Was? Nein, nur eine Explosion die Asche über der gesamten Stadt verteilte. Es war ein bisschen gruselig, weil überall Asche war und die Leute überhaupt nicht darauf reagierten. Kommt wohl öfter vor. Nach ein paar Minuten knirschten auch schon die Zähne. Wir assen noch zu Abend in einem Izakaya in dem niemand ausser uns war und gingen ins Hotel.

Echte Vulkanasche in Kagoshimas Strassen.
Weiterfahrt in den Norden der Insel nach Hakata/Fukuoka. Hier gibt es den berühmten Hakata Ramen den ich auch natürlich essen musste. Der war wirklich lecker und verdient die volle Punktzahl. Das Ei habe ich erst vermisst, aber im Laufe des Geniessens völlig vergessen. Es ist also unnötig. In Hakata ist ja auch das wunderschöne Einkaufszentrum (Shoppingmall) Canal City. Einen schöneren Namen hätten sie dem Ding echt nicht geben können. Kanal Stadt. Super. Aber toll.

In Hakata gegessener superleckersten Ultraramen mit Megafleisch und Supersuppe.
Und nun hatte mein Vater ne Spitzenidee. An einem Tag 1800km mit dem Shinkansen zu fahren. Von Hakata bis Hachinohe. Vom Süden in den Norden. Das dauerte auch nur 9 Stunden und war dank Shinkansen ganz fix erledigt. Man fährt sehr schnell und das wirkt sich auch auf die Laune aus. Man kommt wirklich vorwärts, nicht wie neulich, wo ich 9 Stunden in einem Nachtbus sass, plus eine Stunde im Stau wo nichts passiert und hinter mir wurde geschnarcht und es gibt keinen Platz und ach… Nun denn, in Hachinohe haben wir eigentlich auch kaum was gemacht ausser leckerem Izakaya und am nächsten Morgen zum Fischmarkt.

Hachinohe Bahnhofsschild.
Und schon ging es wieder zurück nach Tokushima. Dies hat aber 12 Stunden gedauert. Weil auf Shikoku keine Shinkansen fahren, sondern nur Bummelzüge. Diese letzten drei Stunden waren die anstrengensten überhaupt. Keine bequemen Sitze, schleppende Geschwindigkeit (?) und draussen war es auch schon dunkel, also hat man eh nichts mehr gesehen.

Der Fuji ausm Shinki.
Vielen Dank auch für das tolle Essen. Meine Mutter hat extra Zutaten aus Berlin mitgebracht um Buletten für mich zu braten. Und sie waren herrlich. Ich lud noch ein paar Freunde ein und wir konnten alle richtige deutsche Hausmannskost (mit japanischen Rind-/Schweinefleisch und Kartoffeln) geniessen.

Deutsche Buletten aus Mutters Küche (zubereitet in meiner Küche).
Wir haben viel erlebt in den drei Wochen und ich könnte Seiten über Seiten schreiben. Meine Eltern werden aber früher oder später ihren Reisebericht veröffentlichen und dann kann ich ganz frech zitieren. Ich bin Euch sehr dankbar dass Ihr mich besucht habt. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder und spätestens in fünf Jahren wieder in Japan!

Gemeinschaftsfoto. Zehn Sekunden reichten nicht aus.