Vor einer Woche kam Herr Niedersächsischer Ministerpräsident Wulff in Japan an. Meine Kollegen und ich holten ihn morgens vom Flughafen ab. Dazu trafen wir uns 5 Uhr morgens und fuhren mit Reisebussen zum Kansai Airport in Osaka. Um 9:30 kam er an und ausserdem noch 35 Leute aus Wirtschaft und Politik aus Niedersachsen und Umgebung. Wir fuhren nach Tokushima mit zwei Bussen und zwei Bodyguards und besuchten das Otsuka Museum. Anschließend nach mehr als 20 Minuten Museumsbesuch kam dann mein erster richtiger Einsatz als ich für den Gouverneur Iizumi dolmetschen musste. Wulff hatte sich eine Dolmetscherin organisiert und ich war dann für die japanische Seite zuständig.

Audienz beim Gouverneur von Tokushima.
Ich saß direkt hinter Iizumi um seine wunderschönen Worte in billiges Deutsch mit vielen “ähs” zu verwandeln. Danach ging es weiter zur Tokushima Universität wo eine Partnerschaft mit der Medizinischen Hochschule Hannover abgeschlossen wurde. Gemeinsam wollen beide Unis im Bereich der Diabetes Forschung Erfolge erzielen. Tokushima hat leider die höchste Diabetes Sterberate im ganzen Land aber die Forschung ist auch auf Platz 1.

Partnerschaftserklärungsunterzeichnungszeremonie.
Und wieder saß ich neben dem Gouverneur. Das war schon sehr interessant. Es gab dann einen kurzen Film der die Forschung der Tokushima Uni vorstellte und als das fertig war und alle Geschenke überreicht wurden (der zuständige Deutsche hatte sein Geschenk im Hotel vergessen) ging es zum nächsten Termin. Und zum nächsten und danach zum nächsten. Bin einfach nur zu faul alles zu schreiben. Ausser den letzten Punkt auf der Tagesordnung. Um 18 Uhr gab es nämlich ein Willkommensfeierabendessen. Hundert japanische Gäste waren anwesend. Alles sehr bedeutende Personen aus der Politik und der Wirtschaft.

Willkommensfeierbegrüßung
Ich war wieder für die japanische Seite zuständig. Jeder der also mit dem Herrn Wulff reden wollte, musste erst an mir vorbei. Keine Sorge es gab auch noch 14 andere Dolmetscher die an 14 anderen Tischen sassen. Ich saß an Tisch 1, die Leute mussten also schon durch den riesigen Saal bis zu uns wandern. Naja, nach 3,5 Stunden war die zweistündige Feier auch schon zuende. Es ist echt selten dass solche Feierlichkeiten länger als die vorgegebene Zeit dauern, aber wenn so viele Deutsche anwesend sind, dann verzögert sich das nunmal. Obwohl ich jetzt nicht sagen will, dass alles die Schuld der Deutschen war.
Somit war der erste Tag zuende. Ich ging dann noch was essen, weil ich als Dolmetscher nichts außer Wasser bekam. Die Herrschaften pfiffen sich die herrlichsten Speisen rein und ich konnte nur glotzen.
Am kommenden Tag stand ich schon wieder um 6:30 im Hotel auf der Matte und bereit für meinen nächsten Einsatz. Es ging zu Fabrikbesichtigungen bei Sanyo (Batterieproduktion) und Otsuka Pharma (Produktion von Soyjoy), eine Schulbesichtigung und dann zur Kranzniederlegung für die im ersten Weltkrieg in japanischer Kriegsgefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten und zum Schluss ins Deutsche Haus in Naruto.

Auch in der Kitako-Oberschule konnte ich wieder neue Standards für hervorragendes Deutsch setzen.
Nach 17 Uhr war dann alles vorbei und wir machten uns auf den Weg nach Osaka mit allen Deutschen. Die niedersächsische Delegation blieb nämlich nur eine Nacht in Tokushima und hatte noch viele weitere wichtige Termine in Japan. Halb acht kamen wir in Osaka an, warteten bis alle im Hotel eingecheckt waren, dann verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren wieder zurück.

Die besten Freunde.
Ich hatte einige Gelegenheiten mit Herrn Wulff zu reden. Meistens im Bus oder beim Essen (wobei er aß und ich zusah). Nun denn, ich hatte eine gute Zeit mit wenig Essen (meistens Kombinizeug). Jetzt ist schon eine Woche vergangen und ich habe mich endlich beruhigt, obwohl ich immer noch müde bin.
Bis zum nächsten Mal.




