31,5 Stunden Arbeit an zwei Tagen.

22 03 2009

Vor einer Woche kam Herr Niedersächsischer Ministerpräsident Wulff in Japan an. Meine Kollegen und ich holten ihn morgens vom Flughafen ab. Dazu trafen wir uns 5 Uhr morgens und fuhren mit Reisebussen zum Kansai Airport in Osaka. Um 9:30 kam er an und ausserdem noch 35 Leute aus Wirtschaft und Politik aus Niedersachsen und Umgebung. Wir fuhren nach Tokushima mit zwei Bussen und zwei Bodyguards und besuchten das Otsuka Museum. Anschließend nach mehr als 20 Minuten Museumsbesuch kam dann mein erster richtiger Einsatz als ich für den Gouverneur Iizumi dolmetschen musste. Wulff hatte sich eine Dolmetscherin organisiert und ich war dann für die japanische Seite zuständig.

Audienz beim Gouverneur von Tokushima.

Audienz beim Gouverneur von Tokushima.

Ich saß direkt hinter Iizumi um seine wunderschönen Worte in billiges Deutsch mit vielen “ähs” zu verwandeln. Danach ging es weiter zur Tokushima Universität wo eine Partnerschaft mit der Medizinischen Hochschule Hannover abgeschlossen wurde. Gemeinsam wollen beide Unis im Bereich der Diabetes Forschung Erfolge erzielen. Tokushima hat leider die höchste Diabetes Sterberate im ganzen Land aber die Forschung ist auch auf Platz 1.

Partnerschaftserklärungsunterzeichnungszeremonie.

Partnerschaftserklärungsunterzeichnungszeremonie.

Und wieder saß ich neben dem Gouverneur. Das war schon sehr interessant. Es gab dann einen kurzen Film der die Forschung der Tokushima Uni vorstellte und als das fertig war und alle Geschenke überreicht wurden (der zuständige Deutsche hatte sein Geschenk im Hotel vergessen) ging es zum nächsten Termin. Und zum nächsten und danach zum nächsten. Bin einfach nur zu faul alles zu schreiben. Ausser den letzten Punkt auf der Tagesordnung. Um 18 Uhr gab es nämlich ein Willkommensfeierabendessen. Hundert japanische Gäste waren anwesend. Alles sehr bedeutende Personen aus der Politik und der Wirtschaft.

Willkommensfeierbegrüßung

Willkommensfeierbegrüßung

Ich war wieder für die japanische Seite zuständig. Jeder der also mit dem Herrn Wulff reden wollte, musste erst an mir vorbei. Keine Sorge es gab auch noch 14 andere Dolmetscher die an 14 anderen Tischen sassen. Ich saß an Tisch 1, die Leute mussten also schon durch den riesigen Saal bis zu uns wandern. Naja, nach 3,5 Stunden war die zweistündige Feier auch schon zuende. Es ist echt selten dass solche Feierlichkeiten länger als die vorgegebene Zeit dauern, aber wenn so viele Deutsche anwesend sind, dann verzögert sich das nunmal. Obwohl ich jetzt nicht sagen will, dass alles die Schuld der Deutschen war.

Somit war der erste Tag zuende. Ich ging dann noch was essen, weil ich als Dolmetscher nichts außer Wasser bekam. Die Herrschaften pfiffen sich die herrlichsten Speisen rein und ich konnte nur glotzen.

Am kommenden Tag stand ich schon wieder um 6:30 im Hotel auf der Matte und bereit für meinen nächsten Einsatz. Es ging zu Fabrikbesichtigungen bei Sanyo (Batterieproduktion) und Otsuka Pharma (Produktion von Soyjoy), eine Schulbesichtigung und dann zur Kranzniederlegung für die im ersten Weltkrieg in japanischer Kriegsgefangenschaft verstorbenen deutschen Soldaten und zum Schluss ins Deutsche Haus in Naruto.

Auch in der Kitako-Oberschule konnte ich wieder neue Standards für hervorragendes Deutsch setzen.

Auch in der Kitako-Oberschule konnte ich wieder neue Standards für hervorragendes Deutsch setzen.

Nach 17 Uhr war dann alles vorbei und wir machten uns auf den Weg nach Osaka mit allen Deutschen. Die niedersächsische Delegation blieb nämlich nur eine Nacht in Tokushima und hatte noch viele weitere wichtige Termine in Japan. Halb acht kamen wir in Osaka an, warteten bis alle im Hotel eingecheckt waren, dann verabschiedeten wir uns voneinander und fuhren wieder zurück.

Die besten Freunde.

Die besten Freunde.

Ich hatte einige Gelegenheiten mit Herrn Wulff zu reden. Meistens im Bus oder beim Essen (wobei er aß und ich zusah). Nun denn, ich hatte eine gute Zeit mit wenig Essen (meistens Kombinizeug). Jetzt ist schon eine Woche vergangen und ich habe mich endlich beruhigt, obwohl ich immer noch müde bin.

Bis zum nächsten Mal.





An Alle!

25 12 2008

Fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Fröhliche Weihnachten!

Fröhliche Weihnachten!





Die Judos.

10 12 2008
Die Judos.

Die Judos.

Da in der Mitte sitzen sie. Die deutschen Sportler. Sechs Personen, um die ich mich von Freitag morgen 9 Uhr bis Montag nachmittag 15 Uhr gekümmert habe. Um aber Freitag 9 Uhr am Flughafen von Osaka (Kansai Airport) anzukommen, muss man schon den Bus um sechse nehmen. Und dann wieder zurück. Das sind über sechs Stunden Busfahrt innerhalb von sieben Stunden. Das war wirklich anstrengend. Am Montag war es nicht ganz so schlimm. Da musste ich zwar noch früher aufstehen (4:30) aber konnte mich wenigstens eine Stunde mit Chris am Nachmittag in Osaka treffen.

Die vier Tage waren sehr interessant, obwohl ich zum ersten Mal beim Judo zugeschaut habe. Drei Tage Training á drei Stunden, also neun Stunden Judo pur. Bei den offiziellen Punkten wie dem Begrüßungen oder während des Besuchs beim Gouverneur musste ich dann dolmetschen. Verlief auch alles ohne grosse Zwischenfälle. Manchmal habe ich Deutsch und Japanisch verwechselt und die Deutschen auf Japanisch angequatscht und umgekehrt. Das war lustig. Aber egal, schlimm war es nicht und dank mir wurde die Atmosphäre aufgelockert.

Am ersten Tag (Freitag) fuhren wir nur zum Flughafen und wieder zurück, assen zu Mittag und checkten ins Hotel ein, nachdem wir den Höflichkeitsbesuch beim Gouverneur hinter uns hatten.

Samstag fand das erste Training statt. Hier in der Stadt im Budokan mit fast einhundert 15-18jährigen Schülern und Polizisten und anderen Vereinen. Da die Deutschen noch recht erschöpft vom Flug waren, verlief das Training ohne Zwischenfälle. Danach machten wir Sightseeing und abends gab es ein Willkommensfeier Abendessen mit ganz vielen wichtigen Leuten. All you can eat and drink. Durch meine ständige Dolmetschereien bin ich kaum zum Essen gekommen, musste aber immer wieder Bier einschenken und eingeschenkt bekommen (hätte ja auch Tee oder Wasser trinken können, aber da kam nun mal der Ossi in mir hoch). Danach war ich ganz schön platt. Anschliessend traf ich mich aber mit Patrick und fünf seiner Freunde wo es nochmals all you can eat and drink gab. Diesmal hielt ich mich aber zurück, schließlich musste ich ja am nächsten Tag auch wieder arbeiten und machte kurz vor zwei Uhr nachts mein Licht aus und meine Äuglein zu.

Am Sonntag das zweite Training. Alle waren erholt vom Flug- und Reisestress und somit konnte der richtige Kampf beginnen. Einige Deutsche warfen so richtig die Japaner durch die Lüfte, wie der japanische Sumo Kämpfer Asa Shoryu aus der Mongolei. Einer der deutschen Kämpfer verletzte sich die Schulter und hatte enorme Schmerzen. Der Trainer meinte, das sei normal und er solle sich nicht so haben…

Montag wie gesagt holte ich die Mannschaft kurz nach fünf Uhr morgens vom Hotel ab, damit wir den 5:40 Uhr Bus nach Osaka nehmen können. Das Training fand nämlich ab 9:30 Uhr in der Kinki Universität statt. 14 Uhr scheckten wir im Hotel ein und ab drei (nachdem das einchecken endlich vorbei war), hatte ich noch ne knappe Stunde Zeit bis der Bus nach Tokushima abfuhr, um mich mit Chris zu treffen.

Alles in allem waren es anstrengende, langweilige, aber auch spannende Tage. Ich hab wieder eine Menge gelernt. Bis 17.12. sind die sechs Sportler noch in Japan. Ich hoffe alles verläuft gut und ohne weitere Zwischenfälle. Ansonsten muss ich nämlich nochmal nach Osaka fahren.








Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.